Marrakesch oder Fes: womit Marokko beginnen

Marrakesch oder Fes: womit Marokko beginnen

Zwei Königsstädte, zwei völlig verschiedene Erfahrungen. Marrakesch ist der Aperitif; Fes ist der Tieftauchgang.

Wenn Sie nur Zeit für eine haben, ist das die meistgestellte Frage. Die ehrliche Antwort hängt davon ab, was Sie von Marokko wollen.

Marrakesch ist heller, schneller, herausgeputzter. Die Medina ist groß, aber navigierbar; die Souks sind nach Handwerk geordnet; der Jemaa el-Fnaa füllt sich bei Sonnenuntergang mit Schlangenbeschwörern, Geschichtenerzählern und Essensständen. Es gibt ausgezeichnete Rooftop-Bars (Marrakesch ist im Vergleich zu Fès liberal beim Alkohol), Boutique-Hotels, und es ist der natürliche Ausgangspunkt für die Sahara — jede unserer Wüstentouren startet hier.

Fès ist dichter, älter, nach innen gerichteter. Die Medina (das größte autofreie Stadtgebiet der Welt) ist beim ersten Gang wirklich desorientierend; selbst unsere lokalen Guides biegen manchmal falsch ab. Die al-Qarawīyīn — die älteste durchgehend betriebene Universität der Welt, gegründet 859 n. Chr. — steht im Zentrum. Die Gerbereien sind noch aktiv, Männer färben Leder in Bottichen aus Taubenkot und Safran, wie sie es seit tausend Jahren tun.

Unsere Empfehlung: bei weniger als fünf Tagen Marrakesch plus eine Wüstentour. Das Licht, die Märkte und die Dünen sind ein unschlagbarer erster Eindruck. Bei sieben Tagen oder mehr beides — Marrakesch zu Beginn, Fès gegen Ende. Nehmen Sie die Südroute durch den Atlas nach Merzouga, sehen Sie die Sahara, und fahren Sie dann über Erfoud und Midelt nach Norden nach Fès.

Die Reihenfolge zählt: die meisten Reisenden enden lieber in Fès. Die Medina belohnt das langsame Auge, und nach einer Woche Marokko ist Ihr langsames Auge schärfer. Marrakesch ist dagegen die lauteste Begrüßung — am besten, wenn Sie noch frisch sind.

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